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Ausstellung "150 Jahre Alte Synagoge in Ulm"

Am 12. September 1873 wurde in Ulm die erste neuzeitliche Synagoge errichtet, nachdem sich seit 1806 erstmals wieder Juden in der ehemaligen Reichsstadt ansiedeln durften. Zunächst mussten die Mitglieder der jüdischen Gemeinde noch den Gottesdienst in Laupheim besuchen, seit 1845 war Ulm Filialgemeinde, die Filialgottesdienste abhalten durfte. Gebetsort war ein angemieteter Raum im Gasthof „Schwanen“ auf dem Weinhof. 1856 erhielt Ulm einen Kirchenvorstand und ständigen Vorsänger und Lehrer, seit 1888 einen Rabbiner. Nach dreijähriger Bauzeit wurde 1873 eine Synagoge nach Plänen des Stuttgarter Baurats Adolf Wolff errichtet. Das dazugehörige Gemeindehaus befand sich am Weinhof 3. Die Synagoge wurde außen und innen im orientalisierenden Stil gestaltet und mit einer Orgel ausgestattet. Die Eröffnung wurde unter großer Anteilnahme auch der christlichen Bevölkerung und der städtischen Prominenz begangen. Nur 65 Jahre später wurde die Synagoge in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 geschändet und danach abgerissen. Das Grundstück musste die israelitische Gemeinde 1939 zwangsweise und deutlich unter Wert an die Stadtverwaltung abtreten. Nach Kriegsende erhielt die „Jewish Restitution Successor Organisation“ von der Stadt Ulm eine Nachzahlung zum ursprünglichen Verkaufspreis. 1955 gelangte das Grundstück im Rahmen eines Tauschs an die Sparkasse Ulm, die auf einem Teil des früheren Synagogengeländes ihr Gebäude errichtete, über den anderen Teil führt die Neue Straße.
Aus diesem Anlass zeigt das Stadtarchiv eine kleine Ausstellung; sie ist im Gewölbesaal des Schwörhauses vom 12. September 2023 bis 31. Januar 2024 zu sehen.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr. Eintritt frei.
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