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3. August 2019

100 Jahre Bauhaus, 66 Jahre Lehrbetrieb an der HfG Ulm

>> … fangen wir an, hier in Ulm …<< (studio null, >>fangen wir an<<, Typoskript vom 16.6.1948)

Das im April 1919 gegründete >>Staatliche Bauhaus in Weimar<< prägte das Design und die Architektur des 20. Jahrhunderts maßgeblich und feiert in diesem Jahr sein 100. Jubiläum. Die „Bauhaus-Idee“ gilt heute als einer der wichtigsten deutschen Kulturexporte. Von Weimar, Dessau und Berlin startete das Bauhaus einen Siegeszug um die Welt, aber auch innerhalb Deutschlands konnte die Idee an verschiedenen Orten überzeugen.

So auch in Ulm! Rund 35 Jahre nach Gründung des Bauhauses in Weimar entstand in Ulm die Hochschule für Gestaltung (HfG), eine Institution, die sich der Idee des Bauhauses inhaltlich und personell verbunden fühlte. Wie aber kam es dazu, dass sich die HfG als eine Institution in Anlehnung an die Idee des Bauhauses verstand?

Hierfür lohnt ein Blick zurück! In Gedenken an ihre Geschwister Sophie und Hans Scholl, die als Mitglieder der Widerstandsgruppe >> Weiße Rose << von den Nationalsozialisten hingerichtet worden waren, gründete Inge Scholl die Geschwister-Scholl-Stiftung und plante, gemeinsam mit Otl Aicher und Hans Werner Richter, eine politisch und geisteswissenschaftliche Schule in Ulm. Aus diesem Vorhaben entwickelte sich schließlich die spätere Hochschule für Gestaltung, für deren architektonische und inhaltliche Konzeption Max Bill verantwortlich war.

Der Schweizer Architekt Max Bill war es schließlich, der die HfG in Anlehnung an sein Studium am Bauhaus in Dessau konzipierte. Am 3. August 1953, also vor genau 66 Jahren, begann der Lehrbetrieb der Hochschule, zunächst in den Räumen der Ulmer Volkshochschule. Die Bauhäusler Josef Albers, Walter Peterhans, Johannes Itten und Helene Noné-Schmidt bildeten in ihren Lehrveranstaltungen den Grundstein für die kurze, aber glanzvolle Zeit des eineinhalb Jahre später eröffnenden HfG.

Bild: HfG-Grundlehre Würfelaufgabe 1955 (c) HfG Archiv Museum Ulm

Bald jedoch zeichnete sich ab, dass die jüngeren Dozierenden eine Bauhaus-Nachfolge ablehnten, die Grundlehre des Bauhauses veränderte sich zugunsten Tomás Maldonados >>Visueller Methodik<<.

Diese bewegte Geschichte, ikonische Designs und moderne Gedanken gibt es noch bis zum 13. Oktober in der HfG-Ausstellung >>BAUHAUS ULM – von Peterhans bis Maldonado<< zu sehen und zu erleben.

100 Jahre nach Gründung des Bauhauses und 66 Jahre nach Beginn der Bauhaus-Lehre in Ulm weht auch heute wieder der Geist dieser legendären Kunstschule durch unsere Stadt. Lasst euch inspirieren!

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